Der Winter kommt…

Wir schreiben den 30. April. Ich sitze in unsrer Wohnung und friere. Es ist fast unglaublich. Vor vier Wochen sind uns noch die Ostereier weg geschmolzen und jetzt hat es nur noch um die 15 Grad, nachts noch weniger und in Deutschland gibt es die ersten Sonnenbrände. Dass es schon im Herbst so kalt sein kann, ja, dass es hier im Chaco überhaupt mal so kalt werden wird, damit habe ich nicht gerechnet, wo es doch im Sommer zwischen 40 und 50 Grad hatte. Gerade hatte ich mich an die warmen Temperaturen gewöhnt, dann der Temperatursturz, das konnte natürlich nur zu einer ordentlichen Grippe führen und meinem ersten Besuch im Hospital (Krankenhaus). Ein Quadra von unserer Wohnung entfernt befindet sich das öffentliche Krankenhaus, in dem jeder Frau und jeder Mann kostenlos untersucht und versorgt werden. Dort war ich dann mit meiner Chefin, da sie einen guten Draht zum Oberarzt hat und nach einer halben Stunde Fieber messen und über den neusten Tratsch in Charata reden wurde ”starkes Heimweh” diagnostiziert und ich wurde, wie von vornherein vermutet, mit Paracetamol und Antibiotica heimgeschickt. Auf die Frage hin, ob ich denn nicht auch etwas Hömöopatisches bekommen könne, meinte der Arzt nur, dass sie dieses Wort hier nicht kennen. Eine interessante Erfahrung war das. Und keine Sorge jetzt geht es mir schon wieder besser. Und dank dem Heizstrahler, den mir unser Vermieter heute vorbeigebracht hat, wird das hoffentlich auch so bleiben. Da in Argentinien der Sommer sehr lang ist, sind die Häuser nicht für den Winter gebaut, das heißt Fenster und Türen sind nicht isoliert und Heizungen gibt es auch nicht. So hat es sich in den letzten Nächten ein wenig so angefühlt, als würde ich im Freien schlafen.

 

Letzte Woche war der Pastor aus Resistencia zu Besuch. Er hat jeden Taller besucht, es gab ein Abendessen mit allen Professores und einen Gottesdienst. Da die Gemeinde sehr klein ist saßen wir zu fünft an einem Tisch und haben zusammen Gottesdienst gefeiert. Es war schön.

 

Dann wurde am Wochenende im Projekt eingebrochen. Letzte Woche haben wir neue Rejas (Gitter) um die Kirche herum bekommen, da in Charata anscheinend relativ häufig eingebrochen wird und die Kirche in einem gefährlichen Barrio (Wohnviertel) steht (in dem auch wir wohnen). So ist nun eigentlich die gesamte Kirche außer zwei Fenster und die Küchentüre vergittert. Und genau diese Küchentüre wurde aufgebrochen. Geklaut wurde nur die Gasflasche, aber es hinterlässt ein ungutes Gefühl bei allen. Es scheint, als würde mit dem Winter auch die Kriminatlität kommen. Vor einer Woche sind wir mit dem Motorroller durch eine Schiesserei gefahren, zum Glück ist nichts passiert, und alles sagen, dass wir nicht mehr auf die Straße gehen sollen, wenn es dunkel ist. Leider wird es von Tag zu Tag früher dunkel und so gehe ich nun auch nicht mehr zum Aerobic, um nicht in der Dunkelheit allein durch die halbe Stadt zu laufen. Das ist wirklich schade und ich hoffe einen anderen Sport zu finden, den ich vormittags machen kann.

Zweimal in der Woche singe ich jetzt übrigens in einem Chor. Es ist ein gemischter Chor mit Frauen und Kindern und Jugendlichen und wir singen ohne Noten, was gar nicht so einfach ist, wenn man gewöhnt ist, nach Noten zu singen. Aber es macht trotzdem Spaß.

Ansonsten planen wir schon was wir in den letzten drei Monaten im Projekt mit den Kindern und den Frauen machen und es ist ein seltsames Gefühl, zu wissen, dass man in drei Monaten schon im Flieger nach Deutschland sitzt. Ich bin doch erst vor zwei Monaten hier in Charata angekommen und morgen ist schon der 1. Mai. Die Zeit vergeht so schnell.

Ich hoffe euch geht es allen gut. Schreibt doch mal wieder ein paar Kommentare. Ich würde mich freuen.

 

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Ostern Teil 2 oder “Von der Idee zur Maultasche”

Da leider Weihnachten nicht so richtig weihnachtlich war und ich sämtliche deutsche Weihnachtsbräuche nicht ausleben konnte, was ich hauptsächlich der Correo Argentina zu verdanken habe, die meine Weihnachtspäckchen nun nach 5 Monaten immer noch nicht geschickt hat, habe ich beschlossen, das mit den Bräuchen, an Ostern selbst in die Hand zu nehmen. Mir kamen auch gleich viele Idee: ich hätte Eier einfärben können, doch das schien mir zu einfach. Osterschmuck basteln wollte ich auch nicht, da 50 Hasen für die Kinder eigentlich schon genug waren. Dann fiehl mir ein, dass meine Oma zu Ostern immer Osterbrezeln macht, doch mit unserem Backofen wäre die Chance auf schwarze Brezeln zu hoch gewesen. So kam mir die Idee, dass ich doch, so wie mein Opa jedes Jahr zu Ostern, Maultaschen machen könnte. Die gibt es hier in Argentinien nämlich nicht. Natürlich wollte ich nicht irgendwelche machen, sondern Maultaschen nach dem orginal Familienrezept. So rief ich kurzerhand meinen Opa per Skype an, was leider nicht wirklich erfolgreich war, da entweder Skype oder das Hörgerät meines Opas versagten und ich somit zu keinerlei Rezeptangaben kam. So begab ich mich also auf die Suche im Internet und erfand letztendlich mein eigenes Rezept, was aber dem meines Opas ziemlich ähnlich war, glaube ich. Continue reading

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Ostern Teil1

Frohe Ostern wünsche ich euch allen.

Wir befinden uns mitten in der Semana Santa und ich möchte euch ein wenig von dem berichten, was hier um mich herum gerade so passiert.

Seit einer Woche sind die Frauen dabei Huevos de Pascua (Ostereier) und Roscas de Pascua (ähnlich wie Hefezopf nur mit verschiedenen Füllungen und Verzierungen) zu machen, die morgen auf einer kleinen Feria (Markt) hier in der Kirche verkauft werden sollen. An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass sie Eier aus Schokolade und Zuckerguss sind. Das Einfärben und Verstecken von Hühnereiern kennt man hier nämlich nicht, ja ich wurde schon mehrmals ausgelacht, als ich gefragt habe, ob wir denn keine Huevos de gallina (Hühnereier) verkaufen. Continue reading

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erste Eindrücke von Charata

Die letzten drei Wochen hier in Charata sind wie im Flug vergangen und ich möchte euch wenig an meinem neuen Freiwilligenleben teilhaben lassen. Wo doch am Anfang alles noch sehr chaotisch erschien, habe ich nun einen relativ strukturierten Wochenverlauf. Es fehlt sicherlich noch ein großes Stück um sagen zu können, dass ich voll und ganz in Charata angekommen bin, aber ich versuche jeden Tag aufs Neue zu nutzen und die Möglichkeiten, die sich mir hier eröffnen, voll auszuleben. Continue reading

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Lebenszeichen

05.03.2012

Seit zwei Tagen bin ich nun wieder zurück im heißen Charata. Meine elf Wochen Urlaub vergingen im wie im Flug und ich kann es gar nicht glauben, dass morgen mein erster richtiger Arbeitstag sein soll.

Aber nun berichte ich erst einmal ein wenig über meinen Urlaub. Nach einem schönen Weihnachtsfest in Colonia machten wir uns auf den Weg nach Buenos Aires. Dort feierten wir gemeinsam mit vielen anderen Freiwilligen Silvester mit einem atemberaubenden Feuerwerk. Und am nächsten Morgen ging es auch gleich schon los nach Bolivien. 36 Stunden Busfahrt nach Santa Cruz vergehen schneller als man glaubt. Von Santa Cruz ging es weiter nach Cochabamba, nach La Paz.


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Coca, Hexen, bunte Stoffe, viele Einheimische aber auch Touristen erwarteten uns hier. Die dünne Luft machte das Atmen schwer und so ließen wir es in diesen Höhen etwas ruhiger angehen. Continue reading

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Weihnachtsfest in Montevideo

Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest. Hier ein paar Bilder von Weihnachten am Strand und ein paar Eindrücke von Montevideo. Einer wirklich schöne Stadt.

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Hallo aus Uruguay

Hallo ihr Lieben,

meine lange Reise hat begonnen. Nach 17 Stunden Busfahrt kam ich am Dienstag in Buenos Aires an. Von dort aus ging es gleich weiter mit dem Schiff nach Colonia del Sacramento in Uruguay.

Fahrt nach Uruguay

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Hallo!

Wieder ist viel Zeit vergangen seit meinem letzten Blogeintrag. Eine lange Zeit in der sich für mich viel verändert hat, die mich viel Kraft gekostet hat und in der ich leider keinen geeigneten Moment gefunden habe um zu berichten, was um mich herum geschieht.

Am besten ich beschreibe euch (an dieser Stelle frage ich mich: wer ist eigentlich „euch“? Gibt es „euch“? Liest überhaupt jemand, außer meinem Onkel, was ich hier schreibe? Ich würde mich deshalb, um dieses Rätsel zu lösen, sehr über ein Lebenszeichen in Form eines Kommentars freuen.) zuerst einmal meine Situation in der ich mich jetzt befinde.

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Primavera

Viele Wochen sind seit meinem letzten und ersten Eintrag vergangen und es wird Zeit ein wenig mehr von meinem Leben hier zu berichten.

Der Winter hat sich verzogen und ich freue mich über das launische Wetter des “primaveras”. Ich fühle mich ein bisschen wie im April in Deutschland. An manchen Tagen schüttet es ununterbrochen aus Kübeln und ganz Urdinarrain wird scheinbar lahmgelegt. Manche Erdstraßen kann man dann nicht mehr befahren und die meisten Menschen ziehen es vor nicht mehr zu arbeiten und sich nicht aus dem Haus zu bewegen. An anderen Tagen scheint dann wieder die Sonne und man spürt, dass der Sommer langsam kommt. Dann riecht es nach frisch gemähtem Gras, die Vögeln  zwitschern in den höchsten Tönen um die Wette und die Menschen sitzen vor ihren Häusern und trinken Mate – herrlich und gleichzeitg seltsam, wenn ich daran denke, dass bald ja schon die Weihnachtszeit beginnt und in Deutschland bestimmt schon überall in den Supermärkten Lebkuchen verkauft werden.

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Ein erster Schnappschuss…

Erster Kontakt mit "Einheimischen"

Erster Kontakt mit "Einheimischen"

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